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Ein Brief an Dich

Brief an Dich

Heute habe ich einen ganz besonderen Beitrag für Euch.

Ich schreibe wirklich gern auf meinem Blog. Ich erzähle Kurzgeschichten und schreibe Erfahrungsberichte (mit kleinem Augenzwinkern) aus meinem Alltag mit meinem Kind.

Aber wie könnte ich damit wirklich alle bedienen? Niemals!

Es gibt soviel herauszufinden und soviel zu lernen von anderen Müttern mit ihren eigenen Erfahrungswerten. Mütter mit mehreren Kindern, Mütter von Zwillingen oder Mütter von Frühchen schreiben alle ihre eigene Geschichte.

Jede einzelne Mutter könnte Bücher schreiben über ihren Alltag mit Kindern. Ich finde es spannend und bereichernd einige Kapitel davon zu lesen.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht nach Müttern, die gerne einen „Gastbeitrag“ auf meinem Blog schreiben möchten und somit mir und Euch einen Einblick gewähren in ihr Leben mit Kindern und den täglichen Herausforderungen.

Den Anfang macht Jenny. Jenny kenne ich bereits aus Schulzeiten und damals, lange vor unseren Kindern, haben wir uns schon Briefe geschrieben. Trotz des alltäglichen Zusammenseins in der Schule, Pause und in der Freizeit hat es uns Freude gemacht uns über Briefe auszutauschen.

Eine ganz andere Form der Kommunikation. Das behalten wir uns heute bei bzw. führen wir heute fort. Den Brief.

Vielen Dank, liebe Jenny, für Deinen persönlichen Brief und das Eintauchen in Deine Gedanken und in Deine Welt.

Hast Du vielleicht auch Lust mir einen Brief zu schreiben?
Vielleicht möchtest Du einfach mal ein paar Gedanken zum Mutterdasein loswerden oder eine besondere Familiengeschichte mit mir und anderen teilen? Melde Dich gerne bei mir via E-mail: hello@fisforfrida.com

 

Liebe Simi,

vielen Dank für Deine Einladung zu einem Gastbeitrag auf Deinem Blog!

Ich habe lange überlegt, wie und was ich schreiben könnte und mich nun für meine Lieblingsform entschieden: den Brief!

Aus einem Brief wird im besten Fall ein Briefwechsel, in welchem Gedanken ausgetauscht, weiterentwickelt, verstanden oder hinterfragt werden können. Diese Chance, einander und sich selbst besser kennen zu lernen und in Beziehung zu treten, ist für mich unheimlich wertvoll.

Natürlich habe ich auch meinen Kindern schon viele, viele Briefe geschrieben. Allen dreien habe ich vor allem in den ersten Wochen nach ihrer Geburt geschrieben, weil mir alles Schmusen und Küssen an Zuwendung nicht gereicht hat, und weil ich ihnen in einigen Jahren nicht nur von meinem Verliebtsein erzählen möchte, sondern ihnen als Erinnerung und Zeitzeugnis etwas Bleibendes schenken möchte.

Mai hat als Älteste bisher die meisten Briefe gesammelt und kann inzwischen darauf antworten.

Das ist nicht nur schön, sondern in Konfliktsituationen auch sehr hilfreich. Wenn wir in einem Streit nicht weiterkommen und die Gefahr besteht, dass wir uns nur noch gegenseitig verletzen und bekämpfen, tut es gut, sich räumlich zu trennen und erstmal wieder zu sich zu kommen. Für solche Situationen habe ich uns ein Buch gekauft, in dem wir uns schreiben können. Manchmal fällt es schwer, nach einem Streit wieder aufeinander zuzugehen und sich zu entschuldigen oder seine Verletztheit zu formulieren. Dann schreiben wir uns erst und reden danach nochmal über alles. 

Genauso hilft es Mai aber auch, ihre Wut oder Frustration in Bildern auszudrücken. Es ist unheimlich erleichternd zu erleben, dass diese so schwer aushaltbaren Gefühle nicht zwangsweise in destruktives Verhalten münden müssen, sondern einen Kanal finden können, der eine positive und kreative Befreiung ermöglicht. Als Mama muss man ja lernen, dass das eigene Kind nicht immer glücklich sein kann oder vor allem auch, dass es über Dinge unglücklich ist, die man selbst nicht nachvollziehen kann. Und neben allem Beistand und Trost, den ich mit aller Liebe gebe, möchte ich sicher sein, dass meine Kinder sich auch selbst helfen können.

In meinem Praktikum auf den Psychosomatikstationen des Clementinekinderhospitals erlebe ich Kinder und Jugendliche, denen all dies fehlt. Das macht mich natürlich auf der einen Seite sehr traurig- auf der anderen ist es wunderbar zu erleben, wie bereichert und lebendig sie aus den Theatertherapiestunden gehen.

Und Lebendigkeit ist etwas, was ich uns auch als Familie wünsche. Ich wünsche mir, dass wir zu fünft, aber auch als Einzelne, als Geschwister, als Paar lebendig bleiben. Dass wir in liebevoller und respektvoller Beziehung miteinander sein dürfen, in all unserer Einzigartig- und Gemeinsamkeit.

Dazu bedarf es viel mehr Arbeit und Anstrengung, als ich dachte, aber es ist für mich die bereicherndste und sinnvollste Herausforderung, die ich mir vorstellen kann.

So, liebe Simi, damit beende ich meinen Gedankenfluss und bin gespannt, wohin er uns treiben wird!

Liebe Grüße, Deine Jenny

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