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16 Monate

16 Monate

…immer größer wird das kleine Mädchen und entwickelt sich zusehends vom Baby zum Kind.

Dass Frida zunehmend versteht, begeistert mich am meisten. In meinem Mama-Alltag begegne ich natürlich ständig anderen Eltern mit Kindern und kann mich noch genau an eine Spielplatz-Situation vor einigen Wochen erinnern: Der Vater bat seinen kleinen Sohn einen leergetrunkenen Quetschi im Mülleimer zu entsorgen. Der Kleine hörte, verstand und tat es.  Damals war Frida noch nicht soweit, kleine „Aufträge“ zu erledigen bzw. verstand mich noch nicht gut genug. Ich war also schwer begeistert und freute mich schon auf diesen weiteren Entwicklungsschritt. „Bring mir mal dies“ und „hol mir mal jenes“ wird aktuell recht häufig verwendet. Sicherlich weniger, um das arme Kind zu scheuchen, viel mehr, weil man sich so sehr über den unmittelbaren Erfolg freut. Den Erfolg des „Verstehens“.

Neben dem Verstehen, habe ich noch drei weitere Themen heute mit 16 Monaten: Das Erkunden, das Konzentrieren und das Sprechen.

Ich weiß nicht, ob es altersabhängig ist oder doch eher eine Charakterfrage, aber Frida kann sich meist nur beschränkte Zeit allein mit einer Sache beschäftigen. Schnell wird zu einem anderen Buch oder einem neuen Spielzeug gegriffen oder sie folgt einfach großen Personen im Haushalt in der Hoffnung auf neuen Input und weiteren Beschäftigungsmaßnahmen. Ich stelle allerdings fest, dass sie sich bereits länger konzentrieren kann als noch vor wenigen Monaten. Die Aufmerksamkeitsspanne wächst. Bauklotz auf Bauklotz stapelt sie sachte und konzentriert wieder und wieder. Ein sehr beruhigender Anblick.

Frida erkundet die Welt. Und fängt erstmal mit dem Gesicht an. Was sitzt da mitten im Gesicht? Und wo stecke ich immer meine Fingerchen hinein? Wenn wir gezielt fragen nach Nase, Mund, Ohren und Augen gibt es noch den einen oder anderen lustigen Verwechsler! Besonders abends beim ZuBettgehen steigt nochmal Fridas Entdeckungssinn und das Erkunden in meinem Gesicht geht los. Sie erforscht erst meine Gesichtsmerkmale, dann ihre. Nasentechnisch ein recht großer Unterschied und doch ertasten wir hier das gleiche Sinnesorgan. Ein niedliches Erkundungs- und Lernspiel, dass mir allerdings das ZuBettbringen nicht leichter macht bzw. das Singen der Schlaflieder schier unmöglich. Angespornt vom Gedanken, dass mein Mädchen gleich friedlich schlafen wird, lasse ich mich von Fingern in meinem Mund, meiner Nase und meinen Ohren nicht aufhalten und liefere gesangstechnisch mein Bestmöglichstes.

Tagsüber wird dann wieder geplappert. Sie beginnt Worte zu kopieren.
Einige Wörter sind bereits richtig klar und deutlich, andere sind gerade noch im Lernprozess und werden vereinfacht von ihr wiedergegeben. So ergibt sich diese entzückende Kindersprache. Wir Erwachsenen neigen dazu, Bruchstücke dieser Kindersprache zu übernehmen. Auch ich kann mich nicht davon freimachen, dass ein Vogel plötzlich „pieppiep“ heißt und der Hund ganz klassisch als „wauwau“ bezeichnet wird. Solange Frida mehr von meiner Sprache kopiert als anders herum, ist die Welt sicherlich in Ordnung.

Happy 16 Monate, kleines Mädchen und mach weiter so!

 

 

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