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KiTa-Kind

Kita, Puppe, Vintage-Stuhl, Kinderstuhl

Mein Mädchen wird ein KiTa-Kind – es ist ein Thema für sich…

Es gab immer den Plan Frida mit 12 Monaten in die KiTa einzugewöhnen. So war es mit meinem Mann besprochen und beidseitig abgesegnet, es schien so uns und unserem Familienkonzept am besten zu entsprechen.

Als Frida 6 Monate war dieses Thema noch sehr weit weg.

Als Frida 9 Monate alt war rückte es schon bedrohlich nahe und ich fühlte mich nicht bereit – sie ist doch noch so klein…. Um mich herum schienen alle ihre Elternzeit zu verlängern und mein Plan wackelte. Rabenmutter, dachte ich.

Als Frida 11 Monate alt war konnte ich es kaum erwarten, Frida endlich in die KiTa einzugewöhnen. Frida schien plötzlich mehr zu wollen als mich allein. Sie war sichtlich fröhlich immer wenn sie in Gesellschaft von Kindern war. Sie lacht sich über andere Kinder kaputt oder beobachtet sie nur still. Sie macht Dinge nach, die die größeren Kinder vormachen; zumindest versucht sie es. Natürlich spielen sie in diesem zarten Alter noch nicht miteinander. Aber sie scheinen zu spüren, dass da ein potenzieller Spielkamerad in spe ist, ein kleiner Wicht, genau wie sie selbst. Jemand, der die gleiche lustige Sprache spricht, die die Großen noch nicht zu verstehen scheinen.

Diese Einsicht machte es mir nicht nur viel leichter, Frida´s ersten Kitatag zu begrüßen, nein ich habe ihn förmlich herbeigesehnt. Nicht nur für Frida, auch für mich. Ich sehnte mich nach Struktur; nach etwas Zeit für mich, um an Projekten zu arbeiten, um mich neu zu orientieren, um mich zu finden. Umbruchsphase! Die meisten Mütter von Euch in Elternzeit werden dieses Gefühl gut kennen…

Frida Elise hat die Eingewöhnung seit Kurzem bravurös hinter sich gebracht. Sie hat es wie erwartet ohne theatralische Abschieds-Nervenzusammenbrüche überstanden. Und ich auch. Manchmal wenn ich die Kleine dann abhole, erhoffe ich mir etwas mehr Wiedersehensfreude, aber ich nehme auch ihr mildes Lächeln als kleines Zeichen der Freude.

Es hilft natürlich sehr, dass ich die KiTa als sehr geeignet für mein Kind empfinde. Bei den vielen KiTa-Besichtigungen erlebt man so einiges. Räumlichkeiten im sanierbedürftigen Zustand, um es nett auszudrücken. Gebäude, in die ich und auch jeder andere einfach so rein-und rausmarschieren konnte erschienen mir auch suspekt. Riesengroße Kindergärten mit einem winzigen Anteil an winzigen 1-jährigen wollte auch nicht recht passen zu meinen Vorstellungen…

Und dann findet man endlich eine KiTa – eine, in deren Räumlichkeiten man sich selbst auch wohl fühlt. (Wie wenn man auf Wohnungssuche-/besichtigung ist und sofort weiß „die ist es!„.) Eine, die hell und freundlich ist. Eine, die nette Betreuer hat, die den Laden super im Griff haben und sich liebevoll um den Einzelnen kümmern. Eine, mit den passenden Öffnungszeiten, mit der passenden Anzahl an Kindern, netten Kindern.

Ich bin sehr froh, dass wir das hinter uns haben. Denn wenn man dachte, dass man im Unternehmen mit Ellebogen bekämpft wird, dann geht mal zu einer KiTa-Besichtigung am Tag der offenen Tür. Das ist Mütter-Self-Marketing vom Feinsten. Schade, dass ich nicht backen kann…

Die KiTa hat viel Gutes:  Mein Kind isst. Viel besser als vorher und auch Dinge, die sie vorher nie gegessen hat. Ich liebe diesen Kita-Gruppenzwang. Dazu möchte sie nun auch selbst essen; gefüttert werden ist ja Baby-Kram. Das ist natürlich eine Riesen-Schweinerei, aber ich finde den Ansatz sehr löblich und unterstütze das. Frida wird noch viel von den älteren Kindern lernen und gleichzeitig erfahren, wie es ist, Rücksicht auf Kleinere zu nehmen. Für mich macht das alles Sinn!

Ich freue mich schon jetzt, mehr denn je, meine Kleine am frühen Nachmittag abzuholen und ganz viel Zeit mit ihr zu verbringen. Mit freiem Kopf, ohne „to do´s“ nebenher und möglichst handyfrei. Pure Frida-Quality-time!

 

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