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28 Monate – 2 Jahre und 4 Monate

Plan toys

Weil Zeit einfach fliegt, liegen auch einige Wochen, gar Monate zwischen diesem und meinem letzten Beitrag, in dem ich über Fridas Entwicklung schreibe.

Der Sprung scheint nun um so größer.

Irgendwann in den letzten Wochen gab es einen motorischen Schub, der vielleicht ganz einfach an der zunehmenden Körpergröße festzumachen ist. Plötzlich kann Frida Dinge auf dem Spielplatz, die sie vorher nicht konnte. Vieles schafft sie nun ganz allein, braucht kaum noch meine Hand oder meine Hilfe. Sie überrascht mich immer wieder aufs Neue mit Neuerlerntem, obwohl wir fast täglich auf Spielplätzen sind gibt es für mich viel zu staunen und zu lernen.

Neuerdings hat Frida die Liebe zu Ihrem Laufrädchen entdeckt, das bereits seit ihrem 2. Geburtstag bei uns zu Hause steht. Grundsätzlich freuen wir uns darüber, dass sie ihr Rädchen nun gern benutzt und auch Fortschritte macht. (Ganz im Gegenteil zum Roller, der etwas traurig in Wohnzimmer einstaubt) Allerdings muß man sich daran gewöhnen, dass alles viel viel länger dauert als wenn Mutti mit schnellem Schritt den Kinderwagen schiebt.
„Guck mal da!“ … „Was ist das denn?“  … „Ein Motorrad!“… „Ein Kind auf dem Roller!“… „Ein alter Mann!“
Es gibt viel zu entdecken auf dem Weg zum Spielplatz und im Nu hat sich die Strecke von ca. 7 Minuten auf 30 Minuten verlängert. Mit etwas Glück treffen wir ein bevor es dunkel wird – auf dem Rückweg wird das Rädchen dann getragen….

Apropos tragen – wir wohnen im 3. Stock – ein Fluch und ein Segen! Schön hell und lichtdurchflutet ist unsere wunderbare Wohnung, aber 3. Stock Altbau geht schon mal in die Knochen, vor allem wenn man eine Kugel vor sich her schiebt und das 13 kg Kleinkind bockt und nicht hochlaufen möchte. Wir haben bereits ganz unpädagogisch mit Schokolade und Gummibärchen gelockt, um sie ein wenig anzutreiben ein paar Stufen allein zu laufen. Es klappt hin und wieder, es gibt aber auch häufig große Proteste im Treppenhaus in Form von Sitzstreik oder Ähnlichem.

Weg vom Körperlichen und hin zum Geist, bemerke ich einen Riesenunterschied was ihre Konzentration betrifft – Bücher, die früher im rekordverdächtigen Schnelldurchlauf „gelesen“ wurden, kann man heute in Ruhe von vorne bis hinten anschauen. Endlich mal eine Geschichte komplett vorzulesen und tatsächlich auch das Ende zu erfahren, das macht auch den Großen mehr Spaß. 

Puzzle, die generell nicht zu Fridas Top 3 Lieblings-Beschäftigungen gehören, fallen ihr nun deutlich leichter und werden so oft wiederholt, bis sie sie weitgehend alleine lösen kann.

Am liebsten läßt sie allerdings ihrer Fantasie freien Lauf und spielt mit kleinen Puppenhäusern- und Puppenwelten oder baut mit Legosteinen. Das Fisher Price Haus mitsamt seiner Ausstattung inklusive Auto, Roller, Campingwagen und auch Karussell (kleines musikspielendes Riesenrad) hat  bereits Retro-Wert, denn es stammt noch aus meinen Kindertagen. Es wurde viele Jahre im Keller meiner Eltern aufbewahrt und bringt nun Fridas Augen (und nicht nur ihre…) zum Leuchten!

Farben klappen mittlerweile deutlich besser, ich würde sogar behaupten, dass sie sie zu 90% richtig macht. Schon lange sind Farben ein Thema bei uns, aber es war mir nicht klar, wie schwer sie sich erlernen und begreifen lassen – nun sind wir auf einem guten Weg, dass die Sonne nicht mehr rot ist und die Wiese nicht mehr blau.

Am erstaunlichsten finde ich ihre Sprache – auf einmal spricht sie richtige Sätze. Den einen oder anderen Grammatikfehler möchte ich ihr mit 2,5 Jahren noch zugestehen. Sie verzückt mich immer wieder mit ihrer tollen und kindlichen Aussprache sowie Wortwahl bzw. Intonation. Liedtexte kann sie teilweise deutlich besser als ich, denn ab Liedstrophe 2 versage ich meist kläglich. Wenn ich sie mit dem Auto von der KiTA abhole, dann quatschen wir die 15 Minuten Rückweg ununterbrochen; das genieße ich sehr. Eine kleine Unterhaltung mit meinem Mädchen zu führen fühlt sich wunderbar an!

Wie emphatisch Kinder in diesem Alter und wie fein ihre Antennen bereits sind, bringt mir Frida immer wieder aufs Neue bei. Sie nimmt sämtliche emotionalen Schwingungen und „zwischenmenschliches“ ihrer Umwelt wahr und kann dies auch in Sprache wiedergeben. „Mama, bist Du traurig?“ hörte ich die kleine Mickey-Mouse Stimme fragen an einem meiner ganz miesen Tage. Kluge braune Äuglein blicken mich intensiv an – wer kann da noch traurig sein? Anschließend wurden mir noch Pflaster gebracht – denn die helfen ja bekanntlich, wenn man weint. 

Ja, Frida hat einen Pflastertick – ich weiß gar nicht wie viele Pflasterpackungen wir bereits verschlissen haben, denn bei jedem klitzekleinen Aua hilft garantiert nur ein Pflaster!
Ansonsten sind ihre Schnuller immer noch hoch im Kurs. Mindestens fünf Stück liegen in der Nacht neben ihr; auch die Motivauswahl muß hier stimmen! Wehe, der heutige Tages-Favorit-Schnuller mit den Erdbeeren fehlt…Glücklicherweise sind Mama und Papa geübt darin Anweisungen der kleinen Herz-Königin schnell und ordentlich auszuführen. So beruhigt der Eine, während der Andere sich Fluchs auf die Suche macht nach dem richtigen Schnuller oder auch nach dem letzten Kuscheltier, dass sich irrtümlicherweise noch auf der Wohnzimmercouch oder in der Badewanne statt im Bett befindet. Denn auch die richtige Auswahl an Tieren im Bett ist essentiell wichtig. Wenn wir die müden Tierchen alle mal schlafen gelegt haben, ist es zwar durchaus eng, dennoch kuschelig im Bett. Der Weg zum schlafenden Kind ist nun nur noch eine Milchflasche und ca. fünf Schlaflieder entfernt – wenns gut läuft!

Wenn’s gut läuft….dann waschen wir Fridas Haare 1-2 mal die Woche.
Da ja Frida tendenziell aufgeweckter und gescheiter wird mit den Monaten, versteht sie nun auch, dass das schönste Planschen mit Plan toys & co in der Wanne irgendwann unwiderruflich zum Haare waschen führt. Also wird nun nicht erst beim ersten Benetzen der Kopfhaut mit Wasser geschrien, sondern bereits vor Eintritt in die Wanne. Und wenn ich schreien sage, dann meine ich panisches Schreien, so dass mindestens alle unsere direkten Hausnachbarn unsere Aktion mitbekommen. Teilt jemand dieses Leid?

Ich wünsche Euch allen einen guten Start in eine sonnige goldene Oktoberwoche mit fröhlichen Kindern und mit viel Energie für ihre liebenswerten Ticks und den alltäglichen kleinen und großen Anstrengungen im Mama-Leben.

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