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Brief an Jenny! Frida bekommt einen Bruder – was bedeutet das für sie und für uns Eltern?

Brief an Dich

Liebe Jenny.

Ich habe Dir seit längerer Zeit keinen Brief mehr geschrieben und dafür gibt es verschiedene Gründe.

Der schönste Grund dafür ist, dass ich wieder schwanger bin!
Die erste Zeit der Schwangerschaft hatte ich leider ganz schön zu kämpfen mit meinem körperlichen Befinden. Nun ist aber die anstrengende Zeit der körperlichen Umstellung vorbei und ich befinde mich im dankbaren 2. Schwangerschaftsdrittel.

Meine zweite Schwangerschaft wirft ganz viele neue Fragen auf und mit wem könnte ich das besser besprechen als mit einer 3fach-Mama wie Dir?!

Bisher gibt es in unserem Leben „nur“ Frida – unser wunderbares, geliebtes kleines Mädchen, das uns Tag für Tag aufs Neue verzaubert und berührt.
Auch wenn ich ganz stark daran glauben will, dass sie irgendwann, ob früher oder später, den hohen Mehrwert eines Geschwisterchens erkennt, so habe ich doch Respekt davor, wie sie auf den neuen kleinen Mitbewohner und die geteilte Aufmerksamkeit reagieren wird.
Können Eltern an dieser Stelle etwas richtig oder auch vieles falsch machen?
Ist es auch meine Aufgabe die Geschwister aktiv zusammenzuführen und nicht selbstverständlich davon auszugehen, dass sie sich lieben und verstehen lernen von ganz allein?

Frida genießt momentan die ungeteilte Aufmerksamkeit nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von ihren Großeltern. Lange war sie das erste und einzige Enkelkind und hat uns alle mächtig um ihre kleinen Finger gewickelt. Sie ist glücklicherweise von Natur aus ein sozialer Mensch und lernt das Teilen und die Rücksichtnahme auf Kleinere unter anderem in der KiTa. Und doch ist es ein Unterschied, ob man  Spielzeug kurzfristig abgeben muß oder ob man die wertvolle Zeit mit Mama, Papa, Oma und Opa mit einem anderen Kind teilen muss. Was kann ich tun, damit die Eifersucht zu Beginn nicht allzu groß ist?

Momentan kann ich mir partout nicht vorstellen, dass ich Frida nur ein Stück vernachlässigen werde. Die Vorstellung tut mir fast weh, dass sie sich auf irgendeine Weise von ihren nächsten Menschen zurückgestellt fühlen könnte oder traurig ist. Trotzdem wird sie lernen müssen, dass es neben ihr und ihren Bedürfnissen noch einen weiteren kleinen Menschen gibt, der ebenfalls nach Erfüllung seiner Grundbedürfnisse schreit.

Wie kann ich es ihr erleichtern und diesen Lernprozess für sie einfacher gestalten?

Frida bekommt ein Brüderchen. Hilft es hier, dass Mädchen als fürsorglich gelten und sich stark für Puppen, also auch Babys interessieren oder klammere ich mich hier an ein Klischee? (Liebe Jungs-Mamis – bitte nicht falsch verstehen! Das soll nicht heißen, dass Jungs nicht außerordentlich fürsorglich sein können!) Schon jetzt läuft Frida umher und erzählt, dass sich in Mami´s Bauch ein Baby befindet – IHR BRUDER  – und dass sie bald große Schwester wird. Es klingt nach Stolz und Freude. Aber wieviel kann sie in ihrem zarten Alter von knapp 2,5 Jahren wirklich schon verstehen?
Liebe Jenny, Deine Große war schon etwas älter als Dein Sohn zur Welt kam – wie hat sie den Neuankömmling begrüßt?

Ich wünsche mir sehr, dass Frida und ihr Bruder ein Herz und eine Seele werden. Ich wünsche mir, dass ich trotz aller natürlich-mütterlichen Baby-Verliebtheitsgefühle mein großes Kind nicht zurückstelle und auch nicht die Erwartung habe, dass sie nun mit 2,5 Jahren wirklich schon „die Große“ ist. Das liegt mir sehr am Herzen.

Liebe Jenny – was sind hier Deine Erfahrungen und Tipps?

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